In Flims standen am ersten Tag die MTB-Wegnetzplanung, neue Schwierigkeitsgrade und einsteigerfreundliche Angebote wie der Foppa Style-Trail im Fokus. Der zweite Tag widmete sich in Churwalden und Lenzerheide dem Unterhalt gemeinsam genutzter Wege, Massnahmen zur Koexistenz und dem Learning Lab für Einsteigerinnen und Einsteiger. Die Praxisbeispiele boten Einblicke in die Arbeit vor Ort und Anknüpfungspunkte für den Austausch zwischen den Teilnehmenden.
Mit dabei waren Fachleute aus Kantonen, Gemeinden, Vereinen sowie den Bereichen Verkehr, Wald und Tourismus. Fachliche Inputs, Besichtigungen und konkrete Beispiele aus der Praxis sorgten für interessante Gespräche. Wir nehmen euch mit zurück auf zwei abwechslungsreiche Studientage.
Tag 1
Vollzugshilfe Wegnetzplanung, grüne Trails und Monitoring in Films
Der erste Studientag begann mit einem Einblick in die Bike-Strategie von Flims. Jascha Schmid, Geschäftsführer von FLFM, berichtete beim gemeinsamen Kaffee von den Erfahrungen der vergangenen Jahre und davon, wie sich das Bike-Angebot in der Destination entwickelt hat.
Anschliessend standen die neue Vollzugshilfe zur Mountainbike-Wegnetzplanung und die überarbeiteten Schwierigkeitsgrade im Zentrum. Flurin und Lukas ordneten die Neuerungen in die Planung und Umsetzung von Bike-Infrastruktur ein. Beide waren an der Erarbeitung der neuen Schwierigkeitsgrade beteiligt und konnten ihre Erfahrungen direkt in die Diskussion einbringen.
Danach ging es mit den Bikes zum Foppa Style-Trail, den ALLEGRA im Sommer 2025 gebaut hat. Als grüner Trail richtet er sich an Einsteigerinnen und Einsteiger. Doch gerade ein einfach wirkender Trail stellt hohe Anforderungen an Planung und Bau: Er soll zugänglich sein, darf nicht zu steil werden und muss gleichzeitig die raumplanerischen Rahmenbedingungen berücksichtigen. Nach der ersten Saison mit hoher Nutzung war es besonders spannend, die Erfahrungen vor Ort zu diskutieren und zu sehen, wie das Angebot angenommen wird.
Am Nachmittag führte die Tour zum Runca Trail. Dort schauten sich die Teilnehmenden die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade und deren Umsetzung an. Auch die Signalisation wurde direkt am Trail unter die Lupe genommen. Denn gerade vor Ort wird deutlich, worauf es bei der Einstufung und Kennzeichnung ankommt.
Ein weiterer Schwerpunkt war das Monitoring. Anhand der hybriden Frequenzmessung wurde gezeigt, wie verschiedene Messmethoden kombiniert werden können und welche Erkenntnisse sich daraus für die Planung und den späteren Betrieb von Wegnetzen ergeben. Besonders interessant war der Blick auf die Frequenzen seit dem Bau des Foppa Style-Trails. Das aktuelle Monitoring zeigt, dass das neue Angebot zusätzliche Nutzende erreicht und die Frequenzen insgesamt gestiegen sind. Auch Verschiebungen der Frequenzen im Zusammenhang mit Veränderungen im Angebot wurden diskutiert. Die Daten zeigen zudem, dass attraktive Trails zur Lenkung der Nutzenden beitragen und einfache Trails besonders hohe Frequenzen verzeichnen.
Zum Abschluss stellte Kevin bei Kaffee und Kuchen Fairtrail Graubünden vor. In der anschliessenden Diskussion ging es darum, wie Sensibilisierung und Kommunikation zu einem besseren Miteinander auf gemeinsam genutzten Wegen beitragen können. Besonders spannend waren die Erfahrungen aus anderen Kantonen und die unterschiedlichen Herausforderungen und Lösungsansätze.
Zum Ausklang ging es für die Teilnehmenden beider Studientage nochmals gemeinsam auf die Singletrails rund um Flims. Die Runde mit Blick auf die Rheinschlucht bot den passenden Rahmen, um die Eindrücke des Tages Revue passieren zu lassen und die Gespräche auf dem Trail weiterzuführen.
Tag 2
Wegunterhalt, Koexistenz und Learning Lab in Churwalden und Lenzerheide
Am Vormittag standen in Churwalden der Wegunterhalt und konkrete Koexistenzmassnahmen auf dem Programm. Diesmal wurden die Teilnehmenden selbst aktiv: Unter der Anleitung von Marcel ging es um die praktischen Anforderungen an Bau und Unterhalt von Singletrails. Wie muss ein Weg gestaltet sein, damit er zu Fuss und auf dem Bike attraktiv bleibt, langfristig funktioniert und die gemeinsame Nutzung gelingt?
Dazu wurde der Trail gemeinsam begangen, die Schwierigkeit beurteilt und mögliche Koexistenzmassnahmen diskutiert. Auch Verbesserungen bei der Entwässerung standen auf dem Programm. Einige der besprochenen Massnahmen konnten noch vor dem Mittag umgesetzt werden. So liess sich direkt ausprobieren, welche Werkzeuge und Techniken sich für die jeweiligen Arbeiten eignen – und wie sich mit konkreten Eingriffen vor Ort Verbesserungen erzielen lassen.
Nach dem Mittagessen gab Dave Spielmann, Leiter Destinationsentwicklung & Experience bei der LMS, einen Einblick in die Bedeutung des neuen Learning Labs. Anschliessend führte Nicola Schmutz von der Bikeschule Lenzerheide die Gruppe durch das neue Skills- und Trailcenter – und zeigte, welches Potenzial in der im Herbst 2025 und Frühling 2026 von ALLEGRA gebauten Infrastruktur steckt.
Kinder können hier typische Situationen aus dem Bike-Alltag erleben und üben: Von Zaunübergängen und Wegsperrungen bis zum Umgang mit Mutterkuhherden. So lernen sie spielerisch, wie Bike-Erlebnis, Natur und gegenseitige Rücksichtnahme zusammengehören.
Das Angebot reicht von einer blauen Jumpline – die wenig überraschend am meisten gefahren wird – bis zu kurzen Abschnitten von Tech- und Style-Trails in allen Schwierigkeitsgraden von grün bis schwarz. So können Gäste verschiedene Trailtypen kennenlernen und typische Situationen aus dem Wegnetz der Destination üben. Für die Bikeschule ist das Learning Lab eine ideale Möglichkeit, solche Situationen mit Kindern praxisnah zu vermitteln. Gleichzeitig steht es allen Gästen offen und wird auch von Einheimischen rege genutzt.
CONCLUSION
Zwei Tage mit vielen Einblicken
Neben den offiziellen Programmpunkten blieb viel Zeit für Diskussionen und den Austausch unterschiedlicher Perspektiven. Ob in der Gondel auf dem Weg zum Berg, bei den gemeinsamen Essen oder direkt auf dem Trail: Die Gespräche drehten sich um Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag und konkrete Fragen.
Wie wertvoll die Einblicke vor Ort waren, fasste Daniel Litscher, Projektleiter Fuss– und Veloverkehr beim Kanton St. Gallen, treffend zusammen:
«Die beiden Tage haben mir einen sehr guten Eindruck gegeben, wie es draussen abläuft, was alles zu machen ist, wie es gemacht wird, auf was zu achten ist. Es waren tolle Gespräche und gute Einblicke in die Herausforderungen der neuen Schwierigkeitsgrade. So liegen doch Welten zwischen einem Plan und einem technischen Bericht – und der Umsetzung draussen in der Natur.»
Die Diskussionen zeigten auch, dass verschiedene Themen vertieft behandelt werden können und der Bedarf an fachlichem Austausch gross ist. Ob Wegnetzplanung, Schwierigkeitsgrade, Trailbau und Unterhalt, Signalisation, Koexistenz oder Monitoring: Es gibt genügend Stoff für weitere Studientage oder Webinare.
Die beiden Tage boten damit nicht nur konkrete Einblicke in die Praxis, sondern auch Gelegenheit, Erfahrungen zu teilen und neue Fragen mitzunehmen. Wir sind gespannt, welche Themen wir bei einem nächsten Studientag aufgreifen werden.






























