Bau – Grüner Style-Trail: Foppa-Trail in Flims Laax

Ein grüner Flow-Trail mit sanften Wellen, flachen Kurven und einem verspielten Channel, der Einsteigern und Familien ein flüssiges, kontrolliertes Fahrerlebnis bietet.

FACTS

ProjektBau – Grüner Style-Trail Foppa
AuftraggeberFlims Laax Falera Management
OrtFlims, Schweiz
ZeitraumSeptember – November 2025
ProjektleitungLukas Häusler
(Stv. Projektleiter Jean-Lou
ALLEGRA Trail CrewJean-Lou, Gerry Cusini, Bruno Tobler, Pablo Nieva, Eduardo Arruda, Fabi Umundum, Mathieu Baty Will Walker, Joel Dunkl, Phil Syring, Jonne Kuunari, Lauri Peltola

 

Technische Daten

  • Startpunkt: 1.381 m ü. M.
  • Höhendifferenz: 270 m
  • Traillänge: 3.470 m
  • Trailbreite: 120–150 cm (Ø ca. 1,5 m)
  • Durchschnittsgefälle: < 8 %
  • Schwierigkeitsgrad: Grüner Style-Trail
    (gemäss neuer SchweizMobil-Klassifizierung)
  • Zielgruppe/Nutzung: Einsteiger und Kinder, Familien, inklusive Nutzung für adaptive Mountainbikes (Liegeräder, Handbikes)

Ein grünes Trail Erlebnis

Der FOPPA Trail startet direkt beim ersten Ausstieg FOPPA der neuen Bergbahn FlemXpress. Wer ein Warm-Up möchte, kann den Trail alternativ über den Forstweg erreichen, der grösstenteils nah am Trail verläuft. Nach einem kurzen Anlieger-Abschnitt auf dem freien Feld, führt der Trail über eine markante Natursteinmauer parallel zum Forstweg. Sie fügt sich harmonisch in die bestehende Felssturzlandschaft ein und verleiht dem Trail von Beginn an einen eigenständigen Charakter.

Geprägt von Moos, Felsen und Baumbestand führt der Trail dann in einen lichtdurchfluteten Pinienwald. Sanfte Wellen, breite Anlieger und eine klare Linienführung sorgen für ein flüssiges Fahrgefühl. Dank dem sehr moderaten Gefälle können sich gerade Einsteiger und Kinder mit dem Gefühl auf dem Bike vertraut machen. Immer wieder kreuzt der Trail auch den Forstweg, so dass ein Ein- & Ausstieg oder direkte Wiederholung einzelner Abschnitte möglich ist.

Im unteren Drittel verläuft der Trail durch einen natürlichen Geländekanal – den Channel, der besonders verspielt gestaltet ist: kleine Wellen, leichte Senken und Richtungswechsel schaffen ein abwechslungsreiches Fahrerlebnis. Hier können Einsteiger, Familien und adaptive Mountainbiker spielerisch die Linienwahl üben & Geschwindigkeit kontrollieren. Anschliessend tritt der Trail oberhalb der Talstation wieder ins offene Gelände.

Der Foppa Trail ergänzt das bestehende Trailnetz gezielt und bietet ein einsteigerfreundliches Naturerlebnis: Durch seine vergleichsweise niedrige Lage auf rund 1.400 m ü. M. ist der Trail früher schneefrei als höher gelegene Strecken im Gebiet. Dadurch erweitert er die Bikesaison zeitlich und ist auch in Randzeiten besonders attraktiv nutzbar.

Gleichzeitig trägt der Trail zur Entflechtung der unterschiedlichen Niveaus bei: Als durchgehend grüner Trail schafft er eine klare Linie für Einsteiger:innen und Familien und entlastet technisch anspruchsvollere Strecken im Gebiet.

Ein Blick in den Trailbau

Unsere zentrale Aufgabe war es, aus dem teilweise steileren und stein- & felsdurchsetzten Gelände einen grünen Trail mit maximal 8% Gefälle zu realisieren. Dieser soll vor allem für Einsteiger, Familien und adaptive Mountainbike gestaltet werden.

Die kurvenreiche Linienführung mit zahlreichen Richtungswechseln und Traversen reduziert das effektive Gefälle, macht die Geschwindigkeit kontrollierbar und minimiert Bremsintensität – das schützt die Oberfläche und sorgt für ein flüssiges Fahrerlebnis. Gemäss der grünen Klassifizierung wurde bewusst auf hohe Bumps und Absprungkanten verzichtet. Die Kurvenein- und -ausfahrten sind flach angelegt, die Linienwahl ist fehlerverzeihend und gut lesbar. Mit einer durchschnittlichen Fahrbahnbreite von rund 1,5 Metern bietet der Trail ausreichend Platz für kontrolliertes, sicheres Fahren.

Der Fahrbahnaufbau erfolgte mit einer 10 cm starken, verdichteten mineralischen Erosionsschicht. Wo Material fehlte, wurde zusätzliches Material zugeführt. Böschungen und Böschungsbereiche wurden humusiert. Entwässerungen wurden wo möglich offen ohne Rohre angelegt; wenn Rohre erforderlich waren, betrug der minimale Durchmesser 20 cm.

Aufgrund des hohen Materialbedarfs war unser Bauteam Im Bagger, auf dem Dumper oder als Handcrew im Dauereinsatz, unterstützt von Rechen, Schaufel und Verdichtungsgeräten, um die Qualität und Stabilität des Trails zu sichern.

Das A-Team in Flims 

Während der rund zweieinhalbmonatigen Bauzeit haben wir in Flims als Team an mehreren Baustellen parallel gearbeitet. Unsere Trailcrew – Gerry, Bruno, Pablo, Eduardo, Fabi, Matieu, Jean Lou, Will und Joel – hat das Projekt Schritt für Schritt umgesetzt.

Besonders wertvoll war die Unterstützung von Marcel aus dem Ötztal, der mit seinem Schreitbagger auch in schwierigem Gelände Vorarbeiten leisten konnte, immer eng zusammen mit Gerry als Handcrew. Als Grand Finale hat er zudem die Steinmauer im oberen Abschnitt unter beeindruckende Weise und mit viel Präzision und Feingefühl umgesetzt – im perfekten Winkel, ein Meisterwerk nach Augenmass.

Neben harter Arbeit gehörte für das A-Team auch der Pizzamittwoch zu den festen Ritualen, mittags durften wir uns über den Mittagstisch auf der Foppa-Alm freuen. Flims wurde für diese Zeit zu unserem kleinen Zuhause.

Zum Abschluss unterstützte uns das ALLEGRA Nordics Team aus Finnland mit Jonne und Lauri. Die beiden haben nach der langen Anreise noch am Freitagabend direkt mit angepackt und den Rechen übernommen – unser Job ist eben mehr als ein Job, Trail Building ist ein Lebensstil.

Dank dieser Kombination aus Erfahrung, Präzision und Teamgeist konnten wir den Trail einsteigerfreundlich, inklusiv, flüssig befahrbar und spielerisch zugleich fertigstellen.

Unser ALLEGRA-Fazit

Grüner Flow Trail? Check! Der FOPPA Trail ist ein fliessender Style-Trail, der das Gelände geschickt beherrscht und im verspielten Channel spielerisch überrascht. Für Einsteiger und Familien ein Erlebnis – und A-Team Leidenschaft, die in jedem Trail Meter steckt.

Die Vielfalt machts: Im Sommer 2025 sind übrigens auch zwei Trails mit ganz anderem Charakter in Ascona-Locarno entstanden: Der rote shared Trail Monti Motti, mit knackigen und sehr technischen Passagen und der Cardada Trail, ein Tech-Trail mit vielen optionalen Style-Elementen. 

more OF ALLEGRA

Strategieentwicklung Dolomiti Bike Galaxy

Mit einem einzigen Ticket zu über 100 Liftanlagen mit Bike-Transport: Die Dolomiti Bike Galaxy gehört zu den grössten Mountainbike-Verbundsysteme.

Produktentwicklung Mountainbike in Lugano

Eine Destination, in der Outdoor-Aktivitäten und Vergnügen perfekt miteinander vereinbar sind.

Mountainbike Strategie Saint Lary

Wie viele andere Bergdestinationen prüft Saint-Lary derzeit Möglichkeiten, sein Angebot zu diversifizieren und das, was in der Wintersaison fehlt, durch Sommeraktivitäten auszugleichen.

Potentialanalyse und Konzeptentwicklung Gravel Nordwest Island

Unsere Mission im Nordwesten Island: Analysieren, ob und in welcher Form in dieser Region Potenzial im Bereich Radfahren besteht

Produktentwicklung Gravel Ruka-Kuusamo

Nachdem ein Gravel-Netzwerk mit über 900 Kilometern an Routen entwickelt worden war, stellte sich die nächste Frage: Wie vermarkten wir dieses Angebot nun? Wie können wir uns von unseren Mitbewerbern differenzieren? Und wie gelingt es uns, potenzielle Gäste für eine Region nahe des Polarkreises zu begeistern?

In drei Schritten zum erfolgreichen Gravelangebot

Wir begleiten Destinationen auf ihrem Weg zum erfolgreichen Gravelangebot: von der Potentialanalyse über die Konzeptentwicklung bis zur Produktentwicklung.

Potentialanalyse Gravel graubünden Bike

Gravelbiken boomt. Doch warum eigentlich? Um Antworten zu finden, haben wir im Rahmen des graubündenBIKE-Projekts eine umfassende Potenzialanalyse durchgeführt.

Bau Kirchberg Trail für die 360° Flow Trails Kitzbühel Kirchberg

Längster Flowtrail Tirols in Kirchberg mit rund zehn Kilometern Gesamtlänge

Darco Cazin im Interview: Über graubünden Bike und seine Wirkung

Darco Cazin begleitet Graubünden Bike seit den Anfängen. Im Interview spricht er über gelebte Koexistenz auf Graubündens Trails, die Kraft von Partizipation – und darüber, welche Wirkungen das Projekt entfaltet hat, die man von aussen gar nicht sieht.

Bau Jumpline Senderman 2.0 im Trailcenter Aesch

In Zukunft noch mehr Skills: Das beliebte Trailcenter in Aesch wird um drei Jumplines (rot, schwarz, violett) erweitert.

Wisst ihr eigentlich,

...was auf euren Trails, Wander- oder Velowegen wirklich los ist?

Wir zählen mit modernster Technik und heben (hybrides) Frequenzmonitoring alpin und urban aufs nächste Level!