EIN TREND MIT WIRTSCHAFTLICHEM POTENTIAL
Seit einigen Jahren gewinnt eine neue Disziplin im Radsport zunehmend an Bedeutung: Das Gravelbiken. Es vereint die Eigenschaften von Renn- und Mountainbikes und lässt sich sowohl auf Asphalt als auch auf Schotter- und Waldwegen einsetzen. Diese Vielseitigkeit macht das Graveln attraktiv für verschiedene Zielgruppen und ermöglicht flexible Nutzungsszenarien: Vom kurzen Ausflug bis zur mehrtägigen Tour.
Laut Zahlen des ZIV steigen die Verkaufszahlen von Gravel- und Rennrädern kontinuierlich, wobei Frauen ein immer wichtigeres Kundensegment darstellen. Für Regionen und Tourismusanbieter eröffnen sich dadurch konkrete Chancen, neue Zielgruppen zu erreichen, bestehende Angebote zu ergänzen und sich strategisch im wachsenden Outdoor- und Radtourismus zu positionieren. Auch Velosuisse berichtet, dass die Zahlen der Gravelbike-Verkäufe auf einem konstanten Level bleiben. Und die Elektrifizierung auch vor diesem Trend keinen Halt macht.
MARKTENTWICKLUNG UND BEDEUTUNG FÜR DEN TOURISMUS
Die Dynamik im Gravelbike-Markt wirkt sich direkt auf touristische Angebote aus. Gravelrouten erschliessen bestehende Wege und verbinden Landschaftsräume, die bislang abseits klassischer Bike-Infrastrukturen lagen. Mit gezielter Strategie lässt sich dieses Nutzungspotenzial aktivieren.
Für Destinationen eröffnet sich die Chance, das Portfolio zu erweitern und zusätzliche Nachfrage zu generieren. Die Nutzer:innen sind häufig erlebnisorientiert, planen längere Aufenthalte und nutzen regionale Dienstleistungen wie Unterkünfte, Gastronomie oder Mobilitätsangebote. Regionen mit naturnahen Landschaften, dichten Wegenetzen und dezentralen Angeboten profitieren besonders von dieser Entwicklung.
Flexibilität als Vorteil: Die Strecken können saisonal angepasst und an unterschiedliche Erfahrungslevel ausgerichtet werden. Ob als Ergänzung bestehender touristischer Produkte oder als eigenständiger Baustein innerhalb der regionalen Tourismus-Strategie – die Umsetzung kann individuell erfolgen.
NEUE ZIELGRUPPEN DURCH VERÄNDERTE NUTZUNGSANSPRÜCHE
Die Disziplin Gravel eröffnet Chancen, Zielgruppen jenseits klassischer Sportsegmente anzusprechen. Ausschlaggebend sind der gemeinschaftliche Charakter, der Fokus auf Erlebnis statt Leistung sowie eine niedrige Einstiegshürde, die Bewegung in der Natur, ohne spezialisierte Vorkenntnisse, ermöglicht.
Für den Tourismus bedeutet dies, Angebote stärker entlang von Erlebnisräumen, statt einzelner Sportdisziplinen zu entwickeln. Gravelbiken kombiniert Bewegung mit Landschaft, Kultur und regionaler Identität und schafft so den Zugang zu Zielgruppen, die mit klassischen Radsportangeboten schwerer zu erreichen sind.
Regionale Beispiele zeigen, wie das in der Praxis funktioniert: Bei Las Ciclistas in Graubünden nahmen 2025 über 400 Frauen aller Velo-Disziplinen teil – ein klarer Hinweis auf die Nachfrage und Zielgruppenrelevanz. Ebenfalls erfolgreich umgesetzt ist das Gravelbike-Netzwerk in Ruka Kuusamo, Finnland, das Infrastruktur, Angebote und Destination strategisch verknüpft.
INFRASTRUKTUR UND ANGEBOTE AUF EINEN BLICK
Damit Regionen vom Trend profitieren, sind klare Strukturen und Serviceangebote entscheidend. Die wichtigsten Punkte:
- Definierte Routenführungen und GPS-gestützte Streckeninformationen
- Verleihstationen und Wartungsservices
- Einsteigerangebote, geführte Touren und zielgruppenspezifische Programme
- Einbettung aller Massnahmen in eine übergeordnete strategische Planung
Diese Kombination aus Infrastruktur, Services und zielgerichteten Angeboten erhöht Sichtbarkeit, bündelt Nachfrage und senkt die Einstiegshürden.
AUCH BEIM GRAVELBIKEN GILT:
TRAILS, SERVICES, IDENTITY
Wie im Mountainbike-Bereich zeigt sich auch beim Gravelbiken, dass gezielte Investitionen in Erlebnisqualität, Infrastruktur und Angebotsentwicklung messbare Effekte erzielen können. Der Ansatz des „Return on Adventure“ lässt sich direkt übertragen: Bestehende Ressourcen werden effizient genutzt, neue Zielgruppen angesprochen und regionale Wertschöpfung gesteigert.
Graveln ist damit kein kurzfristiger Trend, sondern ein langfristig relevantes Thema für Regionen, die Outdoor-Tourismus strategisch weiterentwickeln wollen. Durch die Verbindung von Naturnutzung, sozialem Erlebnis und wirtschaftlichem Potenzial entsteht ein Angebot, das sowohl für Gäste als auch für Destinationen nachhaltig wirksam ist.
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